Blick auf die WORKplus Ausstellungsfläche

WORKplus in Leipzig - zwischen Wunsch und Wirklichkeit


Eine Messe für New Work?

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Die neue Veranstaltung WORKplus - neues Arbeiten erleben im Rahmen der BGMpro - Fachmesse und Kongress für betriebliches Gesundheitsmanagement fand vom 18.-19. November 2019 im Congress Center Leipzig statt. Mit meiner Leidenschaft für schöneres Arbeiten und dem Messemanager in mir1 traf ich auf eine Messeveranstaltung mit Potential – hier nun mein subjektiv-ehrliches Fazit.

Meine Zusammenfassung (1/3) Fakten:

Die WORKplus versprach eine Reise in das Themenreich zur Zukunft moderner Arbeitswelten. Mit einem innovativen Ausstellungs- und Programmformat sollten die Fragen der Besucher zur Zukunft der Arbeit aus verschiedenen Perspektiven thematisiert werden. New Work war dabei kein Schlagwort, dennoch wurden die auch dort zu klärenden Bereiche (Raumgestaltung, Kommunikations- und Kooperationsformen, Organisationsstrukturen und Prozesse, Innovation und HR) aufgegriffen.

Die Fakten – Veranstaltungsinhalte und -ziele

Flyer, Folder und Website der WORKplus versprachen eine Reise in das Reich von New Work – zumindest in meinem Verständnis. Die geneigten Besucher wurde eingeladen, „Teil einer interaktiven Aktionsfläche zu werden“ und die Themen zur „Zukunft moderner Arbeitswelten“ zu erfahren. Als innovatives Ausstellungs- und Programmformat sollte die Veranstaltung reale Arbeitswelten abbilden und in entspannter Atmosphäre, sowie entsprechendem Dialog, Lösungen erlebbar und antestbar machen.

Die Erörterungsstruktur der Besucherfragen zur Zukunft der Arbeit2 sollte dabei dem Akkord People, Process, Place, Potential folgen und als roter Faden für die ganzheitliche Behandlung neuer Arbeitswelten dienen. Folglich, so interpretierte ich, umfasst der WORKplus-Themenrahmen von Raumgestaltung über Kommunikations- und Kooperationsformen sowie Organisationsstrukturen und Prozesse bis hin zu Innovationen von Tech bis HR, die zu bearbeitenden Bereiche im Sinne von New Work.

Die beworbenen Programmformate lagen im klassischen Bereich von Workshops, Vorträgen, Interviews und offenen Diskussionsrunden mit Experten aus Unternehmen, Wissenschaft und Beratung. Darüber hinaus versprach die Ausstellungsgestaltung als Parcours, in Verbindung mit geschaffenen Räumen für Konzentration, Kollaboration, Regeneration und Kommunikation, eine neuere Art der Ausstellungsausgestaltung im Vergleich zur Parallelveranstaltung3 BGMpro.

(Quelle: https://www.bgmpro.de/workplus/ vom 19.11.2019)

Meine Zusammenfassung (2/3) vor Ort:

Das hoch gesteckte Ziel der ganzheitlichen Repräsentation, des Erlebens und interaktiven Erfahrens neuer Arbeitswelten / New Work wurde leider nicht ganz erreicht. Für eine Erstveranstaltung war es jedoch ein guter Anfang – vor allem im Bereich der Arbeitsraumgestaltung. Vermisst habe ich vor allem den Transport der eigentlich innewohnenden Kraft von „neuem Arbeiten“. 

Ich, der professionelle Nörgler – mein Erleben vor Ort

Das hoch gesteckte Ziel des ganzheitlichen Repräsentierens, Erlebbarmachens und interaktiven Erfahrens neuer Arbeitswelten / New Work wurde leider nicht ganz erreicht. Das „innovative Ausstellungsformat“ bot den Arbeitsweltengestaltern (Place) die Möglichkeit zur Präsentation und Produktvorführung. Für das „innovative Programmformat“ war die im „Raum Kommunikation“ eingerichtete Rednerbühne mit einen übersichtlichen Programm bespielt. Hier wurden mit Frontalvorträgen4 in einer Mischung aus Erfahrungsberichten, Wissenschaftlichen Hintergründen verbunden mit Firmenvorstellungen die Inhalte aus People, Process und Potential abgedeckt. Zuweilen kam ich mir also eher vor wie in einer kleinen Möbelausstellung – aufgelockert mit einem Workshop zur spielerischen Einführung in agiles Arbeiten und zwei Aussteller außerhalb des Themenbereiches Raum.

Für eine Erst- und Auftaktveranstaltung, so entnörgle ich, war es ein guter Anfang. Die Leitanforderung der ganzheitlichen Themenbehandlung wurde bestmöglich abgedeckt. Hierbei sieht man deutlich die Handschrift des Projektpartners frohesschaffen, die in ihrem Arbeitsweltenrahmen (Place) alles rausholten – inklusive einer sehr guten Führung über die WORKplus.

Dennoch habe ich die innovativen Elemente vermisst. Denn in einer klassischer Betrachtungsweise waren die gestalteten „Raumkonzepte“ ein Gemeinschaftsstand, wobei der Raum „Kommunikation“ ein mit Sitzprodukten gesponsertes Forum war und ebenso mit Ausstellervorträgen gespickt wurde. Weiterhin reihten sich die Relax-Flächen in die Kategorie Produktpräsentation ein. Die Präsentation der Dienstleister5 fand an einem klassischen, günstigen Messebauer-Produkt statt: der bedruckten Stehle mit Stehtisch und Barhocker. Ein gedrucktes Vortragsprogramm geleitete die geneigten Interessenten durch den Tag, ein Aushang informierte über den Workshop und die Führung. Und sonst ... Messe halt.

Darüber hinaus habe ich vermisst:

  • Integration digitaler Möglichkeiten6
  • Neue Vortragsformate und begleitete Gesprächs- und Workshopformate
  • den (geleiteten, aber selbst abschreitbaren) Parcours
  • (klassisch) die Präsentationsfähigkeit der Aussteller (begonnen beim fehlenden Namensschild)
  • (Diskussion über) Verknüpfung zum BGM, wenn schon begleitende Veranstaltung
  • das Überbringen der eigentlich gewaltigen Kraft von New Work, neuem Arbeitsdenken und Transformationsprozessen in diesem Bereich
    (das Stichwort Vision, die Frage nach dem WOFÜR der Veranstaltung, sei hier genannt. Im ungeklärten Spannungsfeld zwischen „weiteres, klassisches Geschäftsfeld7 zur Präsentation/Abbildung eines potentiellen Wirtschaftsmarktes“ und „Förderung gesellschaftlicher Strukturen mit der Möglichkeit zur eigenen Innovation durch die Begleitung eines wegweisenden Transformationsprozesses8.“

Meine Zusammenfassung (3/3) Potentiale:

Eventmanager und New-Workler in mir finden es, für die gesehenen Mühen und das eingebrachte Engagement, unzureichend aber ausbaufähig. Das Potential – so denn gewollt – wurde nicht ausgeschöpft. Die Anregung zur Lösung: Warum nicht Elemente vom zukünftigen Arbeiten für diese Veranstaltung adaptieren?

Problembewunderung abgeschlossen – Potentiale entdecken.

Warum betrachte ich diese Veranstaltung so explizit? Mir ist das Thema „Zukunft der Arbeit“ sehr wichtig und ebenso begleitete mich immer der kleine Eventmanager9 in mir. Beide sind gerade nicht 100 % zufrieden und finden es für die gesehenen10 Mühen und Möglichkeiten ... ausbaufähig.

Wenn ich annehme, dass eine klassische Messebetrachtung ab einem bestimmten Punkt die Veranstaltungskonzeption und -durchführung übernommen hat, finde ich mich im o. g. Visionspunkt 1 wieder. Die Grundproblematik ist dabei letztendlich immer11 das Rechnen in verkauften Quadratmetern, das Umrechnen von Inhalt, Qualität, Mehrwert, Engagement, Beziehungen in einer für das Controlling aufgestellten, absoluten Bezugs-, Mess- und Erfolgsgröße12.

Warum also nicht Elemente vom zukünftigen Arbeiten für eine Veranstaltung adaptieren?

  • Neue Formate für die Durchführung der Visionsfindung, Teilzielsetzungen
    (zum Beispiel eine Liberating Structure)
  • Betrachtung von systemischen Beziehungen der involvierten Bereiche und (vor allem) der beteiligten Menschen
  • Agile Formate für die Veranstaltungsplanung
    (und heranziehen der agilen Prinzipien und Werte)
  • Stichwort: Digitalisierung13
  • Kollaboration und Ko-Kreation
  • (klassisch wirtschaftlich) neue Bepreisung von neuen Leistungen
    Irritation hierzu: Abrechnung in Kubikmetern - und dabei den kompletten Inhalt betrachten14.
  • Ideenfindung und „Prototyping“/Abgleich durch Design Thinking
  • ...

Ich bin gespannt auf die nächste WORKplus.

Alles in Allem möchte ich den gesetzten Impuls der Veranstaltung nicht missen und freue mich auf eine weitere Auflage der Veranstaltung – hat sie doch einen ersten Beitrag zum Thema neue Arbeitswelten / New Work als klassischen Messeveranstaltung15 geleistet.

event2agile

Eventmanagement ist meist schon von sich aus agiler im Vergleich zu anderen Projektmanagementmethoden und -verfahren. Daher birgt es die Gelegenheit in kürzerer Zeit neue Instrumente und Konzepte aufzunehmen.

Gemeinsam können wir auch dein Veranstaltungsgeschäft weiterdenken; neue, zeitgemäße, individuelle und gewinnbringende16 Formen des zusammen arbeiten einpflegen und (wieder) ein nutzerorientiertes Erlebnis schaffen.

Sende mir eine E-Mail oder lass uns telefonieren – für eine erste Bestandsaufnahme; oder schau, was ich noch für dich & dein New Work tun kann.

Du hast Anregungen, Änderungen, Klarstellungen, Kritik, Anderserleben der Veranstaltung nach Lesen dieses Blogbeitrages?

Sende mir eine Nachricht.17

Fußnoten